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HWG - angehende Köche Daniel Noel Schroeter und Adrian Avdyli

„EIN GEMEINSAMES ZIEL“: WENN AUS AZUBIS GASTGEBER WERDEN

„Unterschiedliche Sprachen und unterschiedliche Mentalität, aber ein gemeinsames Ziel“, mit diesen Worten eröffnete Schulleiter Jens Ritter die feierliche Abschlussgala zum Besuch französischer Auszubildender in Mühlhausen und traf damit den Kern des Abends. Was vor drei Wochen als Herausforderung begann, gipfelte am 18. März 2026 in einem Event, das sich vor professionellen Standards nicht verstecken musste.

14 deutsche und 12 französische Auszubildende aus dem Gastronomiebereich bewiesen, was in ihnen steckt. Unter der fachkundigen Anleitung von Jana Röthig (Fachlehrerin Service/ BSC), Marcel Müller (Fachlehrer Küche/ BSC) sowie Franck Bourgoin (Fachlehrer aus Loudun/ Frankreich) verwandelten sie das Lehrrestaurant am BSC in einen Ort mit luxuriösem Flair. Von der professionellen Bedienung bis hin zu den Speisen, die nicht nur optisch durch Originalität bestachen, sondern auch geschmacklich auf ganzer Linie überzeugten, war das Niveau beeindruckend.

Ein besonderer Dank galt an diesem Abend den Partnerbetrieben, in denen die französischen Auszubildenen ein zweiwöchiges Praktikum absolvieren durften: dem Brauhaus zum Löwen, der Thüringentherme und dem Logenhaus sowie dem Vitalpark Heiligenstadt und Victor`s Residenz-Hotel in Teistungen. Dass Vertreter fast aller beteiligten Betriebe persönlich vor Ort waren, unterstreicht den Stellenwert dieser Ausbildungskooperation. Das Feedback der Gastronomiebetriebe fiel durchweg positiv aus: Die meisten zeigten sich schlichtweg begeistert und signalisierten bereits jetzt ihr Interesse, auch in Zukunft wieder Teil des Projekts zu sein. Sie schätzten besonders das überdurchschnittliche Engagement der Jugendlichen, die ausgeprägte Freundlichkeit im Service und deren spürbare Begeisterung für ihr Handwerk.

Doch nicht nur die handwerklichen Fähigkeiten haben sich verbessert. Antje Schmid-Heussinger (Fachlehrerin Französisch und verantwortlich für den Schüleraustausch) lobte: „Die Zeit in der Praxis hat unsere französischen Gäste verändert: Sie sind spürbar lockerer geworden, treten selbstbewusster auf und haben ihre anfängliche Zurückhaltung abgelegt.“ Die angehende Konditorin Aya (2. Lehrjahr/ Loudun) zeigte sich sehr dankbar dafür, dass sie in einem Hotel ihre Erfahrungen sammeln durfte, welches sie sich persönlich nie leisten könne.

Die Stimmung unter den 26 Jugendlichen war so positiv, dass viele den Abend mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendeten – am liebsten wären die Gäste aus Frankreich noch länger geblieben. Ein schöneres Kompliment kann es für ein Ausbildungsprojekt wohl kaum geben.